Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in Deutschland entwickelt sich nach Einschätzung von Ökonomen zu einer schwerwiegenden Bremse für das gesamte Wirtschaftswachstum. Laut einem Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundeswirtschaftsministerium belasten hohe Wohnkosten die Haushalte und verhindern dringend notwendige Jobwechsel in produktivere Regionen. Der Vorsitzende des Beirats, Felix Bierbrauer, betonte, dass die Schaffung von neuem Wohnraum in stark wachsenden Regionen eine zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe sei. Da die Lohnzuwächse zunehmend durch steigende Neuvertragsmieten aufgefressen werden, verliere der Umzug in eine Hochlohnregion an Attraktivität. Um die Investitionsschwäche im Bausektor zu überwinden, schlägt das Gremium vor, Kommunen durch gezielte Anreize dazu zu bringen, mehr Bauland auszuweisen. Zudem sollen Eigentümer und Bauherren über eine erweiterte Infrastrukturkostenumlage stärker an den Folgekosten für Schulen, Kitas und den Nahverkehr beteiligt werden. Auch ältere Bebauungspläne sollten für Nachverdichtungen gelockert werden, um langwierige lokale Widerstände zu umgehen. In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge mehr als eine Million Wohnungen, während das Ifo-Institut für die kommenden Jahre stark sinkende Fertigstellungszahlen vorhersagt. Fuente: Handelsblatt
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